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Zur Herbsteröffnung präsentierte sich die Krieauer Rennpiste in ausgezeichnetem Zustand, sodass es an diesem unter der Patronanz des Linzer Traberzucht- und Rennverein stattfindenden Renntag einige neue Lebens- und einen Rennrekord im Flieger Derby zu verzeichnen gab.

Doch arbeiten wir den Renntag chronologisch von vorne auf. Gleich zu Beginn stand die Zweijährigen Serie auf der Tagesordnung, die für Vita Venus, Kiwi’s Starry Sky und Power Hill die Generalprobe für das abschließende Zuchtrennen des Jahres mit dem Theodor Mautner Markhof-Gedenkrennen war. Dominiert hat auch im dritten Zweijährigen-Rennen des Jahres allerdings die eben für das „Mautner“ keine Nennung besitzende Mona Lisa Venus. Hubert Brandstätter schickte die Insassin des Stalles Kottingbrunn im Gegensatz zu den bisherigen zwei Rennen diesmal ein wenig flotter aus den Startblöcken, hatte bereits zu Beginn des ersten Bogens die Spitze übernommen und legte eine stets flotte Pace vor. Der Sieg fiel nicht nur hochüberlegen aus, sondern bedeutet mit der Marke von 1:15,8 einen neuen Zweijährigen Rekord. Klar dahinter belegte Stallgefährtin Vita Venus mit deutlicher Steigerung zu den bisherigen Rennen in ebenfalls tollen 1:17,4 den Ehrenplatz. Power Hill ließ zwischendurch kleine Unsicherheiten erkennen lassen, konnte mit Rang drei jedoch abermals eine sehr solide Leistung zeigen, während Kiwi’s Starry Sky mit einem Fehler am Start schon alle Möglichkeiten verspielte und von Gerhard Mayr nur noch ruhig nachgefahren wurde.

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Mona Lisa Venus mit Hubert Brandstätter

 

Im zweiten Rennen gab es mit der im Vorjahr bei der Tombola in Baden zu gewinnenden Zoe Venus , diese wechselte vom ursprünglichen Losgewinner schon kurz danach den Besitzer, die einzige Debütantin in dem durch die Streichung von Dream Lobell Venus verbliebenen 8er Feld. Zoe Venus schoss sogleich an die Spitze des Feldes und sollte den Vorteil als 22,4 für 1 Außenseiterin ins Rennen gegangen bis ins Ziel nicht mehr abgeben. Daria wurde im Mittelfeld gehalten, griff Ende der letzten Gegengeraden an und versuchte ab Mitte des Schlussbogens nochmals Druck auf Zoe Venus auszuüben, musste diese im Einlauf jedoch ziehen lassen. Ario Jet Venus lag stets an dritter Stelle und gab diese Platzierung bis ins Ziel nicht ab.

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Zoe Venus mit Martin Redl


Das Rennen der ehemaligen Trainer, Berufsfahrer und Lehrlinge war fest in weiblicher Hand. Marlene Köhler ließ mit ihrer Floor Charisma nichts anbrennen, übernahm mit der startschnellen Stute sofort die Spitze, drosselte geschickt das Tempo, um zu einen sicheren Sieg zu landen. Rang zwei ging an Margaux, der Mitte des Schlussbogens von hinteren Regionen kommend einen wuchtigen Angriff lancierte und Co-Favorit Voldemort Venus auf der Linie abfangen konnte. Dieser hatte bis in den Einlauf das Rennen in zweiter Spur ohne Führpferd und verkaufte sich daher abermals sehr ordentlich, während Wettgünstling Royal Crown Venus trotz idealer Lage im zweiten Paar außen doch ein wenig enttäuschte.

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Floor Charisma mit Marlene Köhler

 

Zum Start in die Super 76-Wette ging es von Start bis ins Ziel sehr flott her. Nach kurzer Führung von Lucky Blue stürmte mit äußerster Startnummer im ersten Stadionbogen Eve de Veluwe an die Spitze. Camelot L hatte aus der zweiten Reihe bald eine ideale Passage gefunden und war auf der ersten Gegenseite bereits bei der Führenden aufgetaucht, um Druck auszuüben. Lucky Blue war im Windschatten auf Rang drei zu sehen, während Favorit Impensable zu diesem Zeitpunkt ebenso im hinteren Drittel des Feldes ausgenommen werden konnte wie auch neben Lucky Blue die zweite Neuerscheinung im Feld mit Bijou Noir. Mitte der letzten Gegenseiten hatte Camelot L mit dem aufwendigen Rennverlauf nun genug und fiel rasch aus der Entscheidung zurück, während aus dem Mitteltreffen bzw. aus hinteren Regionen Impensable und noch weiter außen Bijou Noir eingesetzt wurden. Bijou Noir kam sehr zügig voran und war im Schlussbogen auf der Verfolgung von Eve de Veluwe und dem aus dem Windschatten wechselnden Lucky Blue, während Impensable nach kurzer Kollision mit Bijou Noir auf der letzten Gegenseite ein wenig längerer brauchte als sein Widersacher um wieder in Schwung zu kommen. Ende des Schlussbogen zollte Eve de Veluwe dem hohen Tempo Tribut, womit nun Lucky Blue in Führung gezogen war sich aber dem Angriff von Bijou Noir ausgesetzt sah. Noch weiter außen rauschte nun aber Impensable heran, der immer schneller wurde und im Einlauf mit Hansi Preining noch leicht an Lucky Blue und Bijou Noir zum bereits sechsten Jahreszähler vorbeizog.

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Impensable mit Johann Preining jun.


Im ersten Hauptereignis des Tages mit dem Anton Poschacher-Gedenkrennen, dem letzten Zuchtrennen der Dreijährigen im Jahr 2022, stürmte AROC Derby Gewinner Agip sofort an die Spitze, dahinter war zunächst Lady Cash AS zu sehen, während Black Money als erstes Pferd in zweiter Spur versuchte beim Führenden Agip anzubohren, den Angriffsversuch aber abbrach jedoch zwischen Agip und Lady Cash AS an die Innenkante schlüpfen konnte. Auf Rang vier folgte Power Conway in Begleitung von Giovanni Venus. An diesem Geschehen hatte sich bis Mitte des nächsten Stadionbogens nichts verändert, hier wechselte Josef Sparber mit Black Money aus dem Windschatten des Piloten. Black Money erhöhte so richtig im Schlussbogen den Druck auf Agip und konnte noch vor Erreichen des Einlaufes das Kommando übernehmen. Zu diesem Zeitpunkt fand Rudi Haller einen Durchschlupf mit Lady Cash AS, da Giovanni Venus durch das aufwendige Rennen am Rückzug war, nun aber die dahinter liegende Angel Face versuchte die Position zu verbessern. Black Money erreichte als Erster die Endgerade. Dahinter machte sich nun Lady Cash AS auf, um noch heranzukommen, daneben auch Angel Face und aus hinteren Regionen im Schlussbogen schon ein wenig aufrückend schaltete sich Lindsay Venus ein. Bei der 100 Meter Marke hat Lady Cash AS bereits Black Money überlaufen, in äußeren Spuren war nun aber Lindsay Venus immer schneller auf dem Vormarsch während Angel Face nicht mehr zulegen konnte. Lady Cash AS erreichte als vermeindliche Siegerin das Ziel vor Black Money, der einen hauchdünnen Vorsprung gegenüber Lindsay Venus unter dem Zieldraht behielt während Angel Face Platz vier verblieb. Jedoch schaute sich die Rennleitung eine Szene zu Beginn des Einlaufes nochmals an, wo Lady Cash AS ein wenig nach außen gegenüber Angel Face kam, nach Empfinden des Steward-Quintetts entscheidend genug um Lady Cash AS hinter Angel Face auf Rang vier zu versetzen. Somit holte Black Money abermals ein wenig glücklich ein Zuchtrennen, bereits sein drittes in diesem Jahr vor Lindsay Venus und Angel Face.

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Black Money mit Josef Sparber (innen Nr. 6)

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... bei der Siegerehrung mit WTV-Präsident Peter Truzla und Generalsekretär Christian Pfeiffer

 

Zu Beginn des sechsten Rennens machten die am Wettmarkt stark berücksichtigten Dreijährigen Power Adam und Jackpot Fehler, womit Claudine an die Spitze ziehen konnte. Power Madelda fand ebenso gut ins Rennen während Par Avion Venus zunächst in zweiter Spur ohne Führpferd zu sehen war dahinter Imperioso Mo vor Mister Lord Venus und daneben Lambo Fortuna. Nach etwa 600 Meter setzte sich die außen bei Claudine andrückende Par Avion Venus nun in Führung, die somit auf Platz zwei verdrängt wurde. Im Messebogen war somit Lambo Fortuna dann erstes Pferd in zweiter Spur und wurde von Christoph Fischer nach vorne geschickt, um noch vor der Tribünengeraden seinerseits die Pole-Position zu übernehmen, womit plötzlich Versace Venus die „Todesspur“ erbte. Eine Runde vor dem Ziel war nun also die Reihenfolge Lambo Fortuna mit Versace Venus daneben, vor Par Avion Venus in Begleitung von Ophelia sowie Claudine mit Mister Lord Venus, Power Madelda, Imperioso Mo und Tusk am Ende des verbliebenen 9er Feldes. An diesem Geschehen hatte sich bis Mitte des Schlussbogens nicht verändert. Hier entfernten sich Lambo Fortuna und Versace Venus nun von der restlichen Konkurrenz und machten sich den Sieg untereinander aus. Auf der Endgeraden hatte auf Grund des kürzeren Weges Lambo Fortuna bald leichtes Spiel und gewann souverän vor der sehr gut laufenden Versace Venus, auf Platz drei landete mit guter Speedleistung noch Mister Lord Venus.

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Lambo Fortuna mit Christoph Fischer



Das Internationale des Tages ging ohne Lord Brodde und Samir über die Bühne, die mit leichten Blessuren passen mussten. Undigious Diamant startete hier am schnellsten, war sich aber sogleich einen Angriff von Avatar Vet ausgesetzt, der lange Zeit auch nicht locker ließ, womit der ersten Kilometer sehr zügig gestaltet wurde. Auf den Rängen drei und vier sah man Dragon Darche mit daneben Muscle Boy As, während die hohe Favoritin Ocean Blue nur auf den letzten Platz auszunehmen war. Auf der Tribünengeraden kam dann noch von King of the World ein vehementer Vorstoß, der ihn bis an die Spitze gebracht hat, wo er allerdings einen kurzen Fehler beging womit er weiter bzw. wieder in äußeren Spuren verweilen musste. Undigious Diamant zog an der Innenkante somit wieder in Führung nun vor King of the World, dann Dragon Darche mit Avatar Vet und dahinter Muscle Boy As, der zu Beginn der letzten Stallgeraden diese Position aufgab, um in dritter Spur voranzukommen. Vom Ende des Feldes wurde nun auch die Favoritin Ocean Blue von Rudi Haller eingesetzt. 500 Meter vor dem Ziel konnte man vier Pferde auf einer Linie ausnehmen, nämlich von innen nach außen Undigious Diamant, King of the World, Muscle Boy As und Ocean Blue. Im Schlussbogen hatte nun King of the World mit dem doch sehr unglücklichen Rennverlauf genug und fiel aus der Entscheidung zurück. Den ganzen Schlussbogen hindurch bis tief in den Einlauf hinein kämpften Undigious Diamant, Muscle Boy As und Ocean Blue um den Sieg, den letztendlich doch Favoritin Ocean Blue knapp vor Muscle Boy As und dem sich aufopfernd kämpfenden Undigious Diamant holte.

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Ocean Blue mit Rudolf Haller



Zum Auftakt in die Super-Finishwette patzte die leicht favorisierte Orlandos Angel Z gleich zwei Mal und konnte sich in weiterer Folge nicht mehr ins Rennen einschalten. Zunächst bestimmten die Außenseiter das Geschehen war Armando RS vor Scarlet Lavie und Nadi Venus auszunehmen. Erst auf der ersten Stallgeraden rückte der nicht allzu schnell gestartete Onyx in zweiter Spur auf und rückte immer weiter auf, um zu Beginn der Tribünenseite sich direkt neben Armando RS zu platzieren. Dahinter Scarlet Lavie mit dem am Start patzenden Rocco Venus. Apropos patzend, das machte sogleich auch Scarlet Lavie unvermutet. Somit gab es Positionsverschiebungen im Mittelfeld, denn durch diesen Fehler und Platz von Gerhard Mayr mit Latina di Baia S, schob sich Nadi Venus nun in den Rücken von Armando RS. Dieser führte unverändert mit Onyx an seiner Seite, Nadi Venus mit Rocco Venus sowie Scarlet Lavie mit Latina di Baia S, Glide Affair mit Troja und Makemehappy mit Orlandos Angel Z. Bei der 500 Meter-Marke erhöhte an der Außenseite Onyx den Druck auf Armando RS und setzte sich sogleich ab, hingegen machte Armando RS einen Fehler und musste ausscheiden. Durch einen Vorstoß auf der letzten Gegenseite war Troja nun auf Platz zwei vorgekommen mit innerhalb Nadi Venus und der dahinter nun frei kommenden Scarlet Lavie da Rocco Venus nicht mehr folgen konnte. Onyx wurde immer überlegener und war nicht mehr zu beeindrucken. Mit starkem Schlussakkord erkämpfte sich Scarlet Lavie den Ehrenplatz vor Nadi Venus und Troja. Ein wenig zurück ergatterte Glide Affair das letzte Geld.

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Onyx mit Mirko Gregorc



Einen großartigen Spielfilm hat das Flieger Derby eigentlich nicht zu bieten, aber großartige Leistungen der zwei Erstplatzierten. Charmy Charly AS war knapp schneller als Shining Star der allerdings die bessere Startnummer nutzen konnte um den Derbysieger außerhalb zu halten. Somit wurde der erste Angriffsversuch des Favoriten fürs erste einmal abgebrochen, um sich in den Windschatten dahinter zu legen. Rang drei hatte Fortuna Venus inne, vor Sama Pride Venus, Flair Venus, Power Shaman während Donata Victory und Lewis Kronos in der Startphase mit Fehlern ausgefallen waren. Auf der Tribünengerade ging dann Matthias Schambeck mit Sama Pride Venus in die Offensive, somit war Rudi Haller mit Charmy Charly AS gezwungen davor noch nach außen zu wechseln. Zunächst hatte alles nach dem erwartenden Zweikampf zwischen Shining Star und Charmy Charly AS ausgesehen, jedoch war 500 Meter vor dem Ziel der Favorit schon vorbei an seinen Widersacher, um sich zu entfernen. Nun setzte Sama Pride Venus nach und versuchte im Schlussbogen noch an Charmy Charly AS heranzukommen während Shining Star keine Reserven mehr hatte. Im Schlussbogen war das Feld weit auseinandergezogen und die Teilnehmer jeweils mehrere Längen voneinander getrennt. Charmy Charly AS zog das hohe Tempo bis ins Ziel durch um in beeindruckendem Stil und neuen Rennrekord von 1:12,5 für den Kilometer gemessen überlegen zu gewinnen. Aber auch der Zweitplatzierte Sama Pride Venus deklassierte die weitere Konkurrenz mit Weile, wo im Finish Flair Venus mit starker Endleistung noch an Shining Star vorbeizog. Dahinter verblieben Fortuna Venus und Power Shaman die restlichen Gelder.

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Charmy Charly AS mit Rudolf Haller

 

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... bei der Siegerehrung mit Besitzerin Sabine Jackson und Alfons Müller sowie WTV-Präsident Peter Truzla und GS Christian Pfeiffer (links)



Im Abschlussbewerb der Super 76-Wette, einem Amateur-Bänderstart, nutzte der von vorne wegstartende Zeppelin Venus die Ausgangslage, um nach taktisch kluger Fahrt von Stefan Pröglhöf Start-Ziel zu gewinnen. Dallas Venus fand aus dem zweiten Band gut ins Rennen und war schon auf der ersten Gegenseite neben dem späteren Sieger zu sehen, konnte im Einlauf den aus hinteren Regionen im Schlussbogen in die Schlacht geworfenen Kiwi’s Rascal um Rang zwei nicht mehr halten und musste sich mit der im Einlauf ebenfalls stark aufkommenden Apples den dritten Platz teilen.

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Zeppelin Venus mit Stefan Pröglhöf



Das letzte Rennen des Tages wurde Start-Ziel Beute von Rammstein, der somit seinen Ebreichsdorfer Sieg umgehend bestätigen konnte. Kronprinz Rudolf wurde auf den letzten 400 Metern in diesem nach Fehler von Copernikus und Streichung von Suzi KP auf fünf chancenreiche Teilnehmer reduzierten 5er Feld eingesetzt, musste sich aber klar hinter Rammstein zurück mit Platz zwei zufriedengeben. Das dritte Geld holte sich Bitter Lemon, der bis in den Schlussbogen hinein strikt an der Innenkante gehalten wurde, dort diese aber verlassen hatte, um die nach aufwendigen Rennverläufen Kraft lassenden Power BMG und Eagle’s Flight noch zu überlaufen.

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Rammstein mit Martin Redl


Die nächste Veranstaltung in der Wiener Krieau findet am Sonntag, 16. Oktober 2022 mit dem internationalen Highlight der Saison 2022, dem Graf Kalman-Hunyady Gedenkrennen statt.

Bericht: Alexander Sokol
Redaktion: Andreas Binder
Fotos: Eddy Risavy (www.pferderennfoto.at)